Die wirtschaftliche Transformation als Chance für Deutschland
Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Professor Marcel Fratzscher zu Gast beim KLEINEN KREIS

Begrüßten Professor Marcel Fratzscher (Mitte) in Oldenburg: Mirja Viertelhaus-Koschig, Vorsitzende des KLEINEN KREISES, und Geschäftsführer Dirk Heitkötter. Bild: Markus Hibbeler
Oldenburg, 06.03.2026. "Die wirtschaftliche Transformation als Chance für Deutschland" war das Thema von Professor Marcel Fratzscher gestern Abend bei der Vortragsveranstaltung "Marktwirtschaft aktuell" der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg - DER KLEINE KREIS im EWE Forum | Alte Fleiwa. Dabei zeigte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) auf, dass Deutschland vor drei Herausforderungen steht: die Globalisierung, der technologische Wandel und die mentale Depression.
Professor Fratzscher verwies darauf, dass die deutsche Volkswirtschaft von China abhängiger sei als umgekehrt. Chinas gefährliche Dominanz bei Rohstoffen und Chinas Macht bei grünen Technologien seien hier vor allem zu nennen. Nicht die Offenheit sei das Problem, sondern die Asymmetrie der Abhängigkeit.
Die ökologische Transformation laufe in Deutschland zu langsam. Die Hürden seien bekannt: u.a. Bürokratie, Fachkräftemangel, Infrastruktur. Hinzu komme, dass es Deutschland immer noch nicht schaffe, die Menschen mitzunehmen. "Wenn das gelingt, dann ist auch die Akzeptanz der Menschen für die Transformation hoch", so Professor Fratzscher weiter.
Trotz dieser Herausforderungen weise Deutschland Stärken für die Anpassungsfähigkeit auf: exzellente staatliche Institutionen und einen starken Rechts-staat, eine resiliente und langfristig orientierte Wirtschaftsstruktur sowie eine starke Solidarität und Zivilgesellschaft.
Mirja Viertelhaus-Koschig, Vorsitzende des KLEINEN KREISES, betonte in ihrer Begrüßung, dass die Probleme in Deutschland bekannt seien. "Klar ist: Wir haben kein Erkenntnisproblem in Deutschland. Wir haben ein Umsetzungsproblem", so die Unternehmerin. Die deutsche Gesellschaft wolle Veränderungen, die Unternehmen sowieso. Nur: Bei der Politik sei das noch nicht angekommen. Der Politik fehle momentan der Gestaltungswille. Und das drücke natürlich auf die Stimmung.





